Dienstag, 8. Juli 2014

Chris

Im Leben musst du ständig rennen,
nimm deine Beine in die Hand!
Du solltest es schon jetzt erkennen,
wir leben hier in einem Land,
in dem die Zeit nicht mit dir geht,
doch einer deiner Feinde ist,
und Jeder der kurz stille steht,
wird vorerst einmal nicht vermisst.
Es liegt wahrscheinlich an dem Ziel:
Wir wollen alles und noch mehr.
Daraus wird ein unfaires Spiel,
die Eimer voll, die Taschen leer,
und dabei bitte weiter laufen,
wer nicht gewinnt hat ganz verloren,
und muss die Seele dann verkaufen,
er wurde doch dazu geboren,
dem Zweck zu dienen und zu rennen
und Kraft dabei nicht zu verlieren.
Und wenn wir uns daran verbrennen,
können wir daran auch nicht erfrieren.
Das Rennen scheint ein Kampf zu sein,
doch noch viel schwerer ist das Stehen,
sich von der Masse zu befrei'n
und in die andere Richtung gehen.
Wer das geschafft hat, ist ein Sieger
und kann als helles Licht verbrennen,
und lernte als der Überflieger
nicht mit der Masse mitzurennen,
nicht vor dem Leben wegzurennen.

Sonntag, 22. Juni 2014

Clara

Ja, es stimmt, es gibt den Krieg,
und jeder strebt nach seinem Sieg,
es herrscht der Kampf um Macht und Geld
und trotzdem ist doch diese Welt
der schönste Platz auf Erden.

Ja, es stimmt, es gibt den Hass,
wenn alles geht, auf ihn verlass
dich wenn es am schlimmsten ist,
denn Hass ist der, der nie vergisst.
Er quält die Liebe, bis sie fällt
und trotzdem ist doch diese Welt
der schönste Platz auf Erden.

Ja, es stimmt, es gibt das Leid,
es existiert seit langer Zeit,
zerstört, was selbst sich nicht mehr hält
und trotzdem ist doch diese Welt
der schönste Platz auf Erden.

Ja, es stimmt, die Welt ist schlecht,
so hart und schrecklich ungerecht,
so gierig und schon fast verloren,
täglich wird Unheil neu geboren,
man sieht ja, wie es sich verhält
und trotzdem ist doch diese Welt
der schönste Platz auf Erden.

All dies ist nun einmal wahr,
doch offenen Auges sieht man klar,
die Welt ist oft viel mehr als schlecht.
Vielleicht ist sie zwar ungerecht,
doch hat sie viele gute Seiten,
darüber lässt es sich nicht streiten.
Drum sollte man sich umentschließen,
und diese Welt lieber genießen,
denn sie ist alles, was uns hält
und somit ist wohl unsre Welt
der schönste Platz auf Erden.

Spiegelbild

Tag für Tag muss man ihn wagen -
den tiefen Spiegelblick.
Man findet meistens was zu klagen -
zu groß, zu dünn, zu dick.
Man sieht die Makel kritisch an
und fragt sich, was man ändern kann,
man wechselt mal die Position.
Man sucht verzweifelt Perfektion,
die man täglich woanders sieht,
findet sie nicht, sodass man flieht
vor seinem eigenen Spiegelbild.
Sich selbst verachtend, taub und wild
wird man dann vor sich selber blind,
denkt "Keiner mag mich" wie ein Kind
und will den Spiegel blind zerschlagen.
Hier liegt das wirkliche Versagen!
Was bitte ist denn Perfektion?
Ein Irrtum aller großen Massen,
die sich und ihre Leben hassen,
nichts als 'ne tote Illusion.
Schau in den Spiegel tief hinein,
blick in dein eignes kleines Herz.
Ist es nicht groß und sanft und rein?
Verdient es diesen Selbsthassschmerz?
Sieh es am besten jetzt gleich ein,
du kannst doch niemand anderes sein,
als du nun bist, im Jetzt und Hier.
Darum verzweifle nicht an dir.
Du bist bildschön, auf deine Weise,
und Zweifel sind mal laut, mal leise.
Der Spiegel zeigt dir nur dein Bild,
nicht wer du innen bist.
Du siehst nur dein Aushängeschild,
doch nichts, was wichtig ist.

Samstag, 7. Juni 2014

Schlafen

Vergessen, wie das Schlafen geht
hab ich mich zehnfach umgedreht,
bin nun todmüde, doch der Krach
in meinem Kopf hält mich hellwach.
Schaue nach draußen in die Nacht
und nun wird Alles überdacht.
Wieso war dies, weshalb, warum?
Und es geht stets im Kreis herum.
Der Kopf wird niemals gänzlich still,
ganz gleich, wie sehr ich es auch will.
Ich spiel mit mir das irre Spiel:
Erreichen muss ich jedes Ziel.
Schaff ich es nicht, wird es bei Nacht
zum Gegenstand der Angst gemacht,
die sich gekonnt mit Ehrgeiz paart.
Das macht die Nächte wirr und hart,
weil alles schläft, in Frieden ruht
und nur mein Kopf es schlicht nicht tut.
Und trotzdem liebe ich die Zeit,
in der sich alles das befreit,
was sich am Tag gekonnt verschließt
und nachts dann in Gedanken fließt.
Zwar lieb' ich, was die Nacht mir gibt,
doch manchmal hasst man, was man liebt.
Ich habe es schon akzeptiert,
dass Schlafen halt nicht funktioniert.

Montag, 2. Juni 2014

Emily

Es ist die schnelle, neue Zeit,
in der sich Jeder hält bereit,
im Kampf um Macht und um das Geld
geht es nun rund, denn diese Welt
ist lange schon so stumpf, so schwach.
Sie lebt von Hektik, Gier und Krach,
versinkt in Unmut, Frust und Zwang.
Seh ich mich um spür ich den Drang
nun endlich komplett querzuschießen
und mich nun gänzlich auszuschließen
von all dem Kampf, dem Hass, dem Krieg,
der blinden Suche nach dem Sieg,
von dem, was die Gesellschaft denkt.
Und dieser Drang, der mich nun lenkt
verändert mich und meine Sicht.
Ich sehe es als meine Pflicht,
den Teil zu ändern, den ich sehe,
um den ich mich tagtäglich drehe.
Er ist nicht groß, doch ganz egal,
in diesem Fall zählt keine Zahl.
Es zählt der Wille und das Ziel,
verlieren kann ich ja nicht viel.
Allein, und dennoch nicht für mich
drehe und wende, kämpfe ich,
bis dass sich Jemand mir anschließt
und Mut in wilden Flüssen fließt.
Ich packe mich und mein Herzblut
in diese Sache, sie ist gut.
Zwar bin ich selbst recht schwach und klein,
doch will nicht länger Puppe sein,
will alles tun, was ich kann,
denn so fängt Neues immer an.
Man muss aufstehen, denn im Liegen
kann man das Alles nicht besiegen.
Und diesen Tipp kann ich noch nennen:
Tief innen musst du dafür brennen,
damit es außen leuchten kann.
Und nun steh auf, du bist jetzt dran!

Mittwoch, 28. Mai 2014

Alyssa

Du weißt , dass du mir so sehr fehlst,
doch auf erstaunlich schöne Weise.
So sehr du mich mit Ferne quälst,
so sehr freu ich mich auf die Reise
mit dir zusammen ins Träumeland,
dorthin, wo Zuckerbäche fließen,
mit null Gepäck und null Verstand.
Dort wo wir uns vor dem verschließen,
was uns so standhaft trennen will.
Und wenn wir Feuerblicke tauschen
wird es um uns herum so still.
Wir hören nur die Wellen rauschen
und sie erinnern mich an dich.
So kurz und unberechenbar
gehen sie, kommen zurück,
mal schäumend wild, mal sanft und klar
berühren sie mich Stück für Stück.
Trotz alle dem, du bist mein Glück.
Du fehlst mir hier auf schöne Weise,
ich träume nun von unsrer Reise in dieses Zauberwunderland.
Dort zählt das Herz, nicht der Verstand. 

Dienstag, 27. Mai 2014

Selin

Die Tränen nennt sie Sorgenflüsse,
die alles quälende fort tragen.
Für sie sind Flecken Liebesküsse,
die ihr doch so viel mehr besagen,
als nur der Schmutz, der Dreck zu sein.
Sieht Zwerge groß und Riesen klein,
die groben Worte schleift sie fein,
aus "Einsamkeit" wird "gern allein".
Sie zieht sich Kraft aus blinder Wut,
das Scheitern wird ihr neuer Mut
und fließt einmal ihr reines Blut,
muss sie sich selbst erneut besiegen.
Die Blätter, die am Boden liegen,
sind es, die ihre Achtung kriegen.
Den Fall vom Baum nennt sie das Fliegen.
Den Hass, die Trauer, alle Schmerzen
nennt sie "die Retter ihres Herzen",
aus ihrer Angst macht sie Respekt,
vor dem sie selbst sich nicht versteckt,
weil er sie täglich stärker macht.
Zur Zauberzeit macht sie die Nacht
und Regen ist der Neuanfang
für einfach alles in der Welt.
Ganz allgemein hat sie den Drang
zu sehen nur was ihr gefällt.
Sie dreht und wendet alles so,
dass Schlechtes nicht passieren kann.
Ihr Optimismus macht sie froh
und zieht alle in ihren Bann.
Uns allen kann sie Eines geben:
Sieht man das Dunkle hell im Leben
kann es sich noch so schwarz verdunkeln,
die Sterne werden heller funkeln.